Die perfekten crêpes zu backen, ist eine Kunst, die jeder in seiner Küche meistern kann. Doch selbst erfahrene Hobbyköche kennen das Problem: klumpiger Teig, der die Konsistenz und das Endergebnis ruiniert. Die Lösung liegt in einer einfachen, aber entscheidenden Regel: die richtige Reihenfolge beim Hinzufügen der Zutaten. Das Geheimnis liegt darin, die Butter als allerletztes einzuarbeiten. Diese Technik verhindert die Bildung von Klumpen und garantiert einen seidigen, geschmeidigen Teig. In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie mit der richtigen Methode und ein paar Profi-Tricks hauchdünne, goldbraune crêpes zaubern, die Ihre Familie begeistern werden.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Das Mehl sieben und vorbereiten
Beginnen Sie damit, das Mehl in eine große Rührschüssel zu sieben. Dieser Schritt ist wichtiger, als viele denken: durch das Sieben wird das Mehl mit Sauerstoff angereichert und eventuelle Klumpen werden bereits im Vorfeld entfernt. Das Sieben bezeichnet das Durchstreichen von pulverförmigen Zutaten durch ein feines Sieb, um eine luftige Konsistenz zu erreichen. Fügen Sie nun das Salz und den Zucker hinzu und vermischen Sie die trockenen Zutaten gründlich mit einem Schneebesen. Diese Basis bildet die Grundlage für einen gleichmäßigen Teig.
2. Die Eier einarbeiten
Schlagen Sie die vier Eier in die Mitte der Mehlmischung. Verwenden Sie Eier in Raumtemperatur, da diese sich besser mit den anderen Zutaten verbinden. Beginnen Sie nun, mit dem Schneebesen vom Zentrum aus kreisende Bewegungen zu machen. Arbeiten Sie dabei langsam und geduldig, damit sich das Mehl nach und nach mit den Eiern verbindet. Diese Technik verhindert die Bildung von großen Klumpen. Rühren Sie etwa zwei Minuten lang, bis eine dickliche, gleichmäßige Paste entsteht.
3. Die Milch schrittweise zugeben
Jetzt kommt der entscheidende Moment: gießen Sie die Milch nicht auf einmal hinzu, sondern in drei bis vier Portionen. Beginnen Sie mit etwa 150 ml und rühren Sie kräftig, bis die Flüssigkeit vollständig eingearbeitet ist. Der Teig wird dabei deutlich flüssiger. Fügen Sie dann die nächste Portion Milch hinzu und wiederholen Sie den Vorgang. Diese schrittweise Zugabe ist der Schlüssel zu einem klumpenfreien Teig. Die Konsistenz sollte am Ende an flüssige Sahne erinnern: dünnflüssig, aber nicht wässrig. Fügen Sie nun den Vanilleextrakt hinzu und rühren Sie ihn unter.
4. Die Butter als letzte Zutat einarbeiten
Hier liegt das wahre Geheimnis perfekter crêpes: die geschmolzene Butter wird erst ganz zum Schluss hinzugefügt. Schmelzen Sie die Butter sanft in einem kleinen Topf oder in der Mikrowelle und lassen Sie sie auf etwa 40 Grad abkühlen. Zu heiße Butter würde die Eier im Teig gerinnen lassen. Gießen Sie die lauwarme Butter in einem dünnen Strahl in den Teig, während Sie kontinuierlich mit dem Schneebesen rühren. Die Butter verleiht den crêpes nicht nur Geschmack, sondern auch die charakteristische goldene Farbe und verhindert, dass der Teig in der Pfanne klebt. Durch die späte Zugabe kann sich das Fett gleichmäßig verteilen, ohne die bereits gebundene Struktur zu stören.
5. Den Teig ruhen lassen
Decken Sie die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch ab und lassen Sie den Teig mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen. Idealerweise sollte er sogar eine Stunde ruhen. Während dieser Zeit quillt das Mehl auf und die Glutenstränge entspannen sich. Das Gluten ist ein Proteinkomplex im Mehl, der für die Elastizität des Teiges verantwortlich ist. Die Ruhezeit sorgt dafür, dass Ihre crêpes später nicht zäh werden, sondern schön zart bleiben. Wenn Sie Zeit haben, können Sie den Teig auch über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
6. Die Pfanne richtig vorbereiten
Erhitzen Sie Ihre crêpes-Pfanne bei mittlerer Hitze. Eine spezielle crêpes-Pfanne hat einen flachen Rand und eine beschichtete Oberfläche, was das Wenden erleichtert. Geben Sie einen kleinen Klecks Butter in die Pfanne und verteilen Sie ihn mit einem Küchenpapier dünn über die gesamte Fläche. Die Pfanne ist bereit, wenn ein Tropfen Wasser darauf sofort verdampft und kleine Perlen bildet.
7. Die crêpes backen
Rühren Sie den Teig vor dem Backen noch einmal kurz um, da sich die Zutaten während der Ruhezeit leicht absetzen können. Gießen Sie mit einer Schöpfkelle etwa 80 ml Teig in die Mitte der heißen Pfanne. Heben Sie die Pfanne sofort an und schwenken Sie sie in kreisenden Bewegungen, damit sich der Teig gleichmäßig und dünn verteilt. Dieser Vorgang muss schnell gehen, da der Teig sonst bereits stockt. Backen Sie den crêpe etwa 60 bis 90 Sekunden, bis die Ränder sich leicht vom Pfannenboden lösen und die Unterseite goldbraun ist. Wenden Sie ihn vorsichtig mit einem Pfannenwender oder, wenn Sie mutig sind, mit einem gekonnten Schwung der Pfanne. Backen Sie die zweite Seite weitere 30 bis 45 Sekunden. Stapeln Sie die fertigen crêpes auf einem Teller und decken Sie sie mit einem Tuch ab, damit sie warm und weich bleiben.
Tipp vom Chefkoch
Wenn trotz aller Vorsicht kleine Klumpen im Teig bleiben, gießen Sie ihn durch ein feines Sieb. So erhalten Sie garantiert eine seidige Konsistenz.
Für besonders aromatische crêpes können Sie einen Teil der Milch durch Orangensaft ersetzen oder etwas abgeriebene Zitronenschale hinzufügen.
Die erste crêpe gelingt selten perfekt – betrachten Sie sie als Testlauf, um die richtige Temperatur und Teigmenge zu finden.
Übrig gebliebener Teig hält sich im Kühlschrank bis zu zwei Tage. Rühren Sie ihn vor der Verwendung gut um und fügen Sie eventuell einen Esslöffel Milch hinzu, falls er zu dick geworden ist.
Passende Getränke zu süßen crêpes
Zu süßen crêpes passt hervorragend ein heißer Kakao oder ein Café au lait, der die Butter- und Vanillenoten wunderbar ergänzt. Für einen festlichen Anlass empfiehlt sich ein Cidre doux, ein süßer Apfelwein aus der Bretagne, der traditionell zu crêpes gereicht wird. Cidre ist ein leicht prickelndes, alkoholisches Getränk aus vergorenem Apfelsaft. Kinder freuen sich über einen frisch gepressten Orangensaft oder eine heiße Schokolade mit Sahne. An warmen Tagen ist auch ein kalter Eistee mit Pfirsich eine erfrischende Begleitung.
Zusätzliche Info
Die crêpe stammt ursprünglich aus der Bretagne im Nordwesten Frankreichs und hat eine jahrhundertealte Tradition. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort crispa ab, was „gewellt“ oder „gekräuselt“ bedeutet. Ursprünglich wurden crêpes aus Buchweizenmehl hergestellt und als herzhafte Speise serviert – diese Variante heißt galette. Die süße Version mit Weizenmehl, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich später und eroberte ganz Frankreich.
In der Bretagne gibt es eine schöne Tradition: wer beim Wenden der crêpe die Pfanne mit der rechten Hand hält und gleichzeitig mit der linken ein Geldstück berührt, dem soll Wohlstand beschieden sein. Am 2. Februar, dem Tag der Lichtmess (Chandeleur), werden in Frankreich traditionell crêpes gebacken. Die runde, goldene Form symbolisiert die Sonne und das wiederkehrende Licht nach dem Winter.
Das Geheimnis klumpenfreier crêpes wurde über Generationen in französischen Küchen weitergegeben. Die Butter als letzte Zutat hinzuzufügen, ist eine Technik, die professionelle Köche schwören lässt. Sie verhindert nicht nur Klumpen, sondern sorgt auch dafür, dass die Butter ihre emulgierende Wirkung optimal entfalten kann, ohne die Proteinstruktur zu stören.



